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Die situative Intelligenz gezielt trainieren

Solange Führungskräfte sich stark mit einseitigen Stärken identifizieren, ohne den Ausgleich auch immer wieder mit der Gegenstärke herbeiführen zu können, stehen sie gewissermaßen nur auf einem Bein!

Flexibel situationsintelligent handeln zu können setzt jedoch ein stabiles Selbst voraus, das eben nicht einseitig aufgestellt ist, sondern breiter schöpfen kann aus sich gegenseitig ausgleichenden persönlichen Kompetenzen.

Das Werte- und Entwicklungsquadrat
 

Teamfähigkeit stärken

Das Werte- und Entwicklungsquadrat ist ein Modell des Psychologen Schulz von Thun. Es ermöglicht sowohl Führungskräften als auch Teams, ihre Grundhaltungen zu reflektieren und auf dieser Grundlage Hinweise für ihre gezielte Kompetenzentwicklung zu erhalten.

Das Wertequadrat wird zum inspirierenden Entwicklungsquadrat, indem es die Motivation stärkt, neue Haltungen zu entwickeln, aus denen dann neues Verhalten entstehen kann.

Dazu ein Beispiel:

Nehmen wir das Zusammenwirken mehrerer Personen in einer Gruppe – gerne auch als Teamfähigkeit bezeichnet.

Eine Gruppe ist für ihr Fortkommen sicher gut beraten, wenn sie Werte wie Akzeptanz, Verständigung, Höflichkeit und Toleranz lebt. Denn wollte jeder in der Gruppe nur autoritär seine eigenen Interessen durchsetzen, würde die Gruppe bald auseinanderfallen.

Es ist ein interessantes, wissenschaftlich erwiesenes Phänomen, dass je mehr Akzeptanz, Verständigung etc. ihre einzelnen Mitglieder an den Tag legen, die Kooperation in der Gruppe nicht etwa besser wird, sondern schlechter.
Denn wird eine grundsätzlich positive Grundhaltung einseitig übertrieben, kommt es zu negativen Effekten. Ein Zuviel an Akzeptanz führt dann immer mehr dazu, dass nichts mehr hinterfragt oder kritisiert wird. Die Gruppe fällt dann zwar nicht auseinander, kommt in ihrer Entwicklung aber auch nicht weiter.

Es ist daher erforderlich, dem positiven Wert der Akzeptanz eine ausgleichende Stärke gegenüberzustellen.
Diese sorgt dafür, dass die Akzeptanz nicht zu einer grenzen- und kritiklosen „All-Akzeptanz“, einer Art „unterwürfiger Anpassung“ an alle Meinungen wird. Oder– wie Schulz von Thun es selbst formuliert hat – dass die gegenseitige Höflichkeit nicht zu einer „Friedhöflichkeit“ verkommt.

Die ausgleichende Stärke könnte hier z.B. eine „gesunde Konfrontation“ sein, ein Wille zur Entscheidung, zum Diskurs, vielleicht sogar eine Art konstruktiver Kampfgeist oder Gradlinigkeit. Auch dieser Wert ist grundsätzlich positiv, kann aber – wenn er übertrieben wird – verkommen zu einer egoistischen Interessensdurchsetzung.

Um dies zu verhindern steht ihm die erste Stärke (die Akzeptanz) zu Seite.
So halten sich beide Stärken in der Waage und verhindern gegenseitig, dass sie durch einseitige Übertreibung „verkommen“.
 

Situativ intelligent handeln…

Wer situativ intelligent handeln kann, beherrscht ein „Sowohl – als auch“.
Jede Stärke bildet mit ihrer Ausgleichsstärke ein Kompetenz-System.
Je flexibler sich dieses System in unterschiedlichen Situationen selbst austarieren kann, desto stabiler ist es und hilft, angemessen zu agieren.

Für Teamfähigkeit bedeutet dies, dass es in einer Situation von starker Teamfähigkeit zeugen kann, andere Meinungen zu akzeptieren und auf Verständigung hin zu wirken. In einer anderen Situation kann es ebenso teamkompetent sein, die anderen Gruppenmitglieder mit der eigenen abweichenden Meinung zu konfrontieren und Kritik zu üben.
 

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